| Vita - Über Mr Mizati |
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Interview Port 01 Regensburg August 09: Mr. Mizati, einige Tanzwütige hatten ja das Glück, dich bei deiner ersten Veranstaltung hier im Regensburger Gloria als DJ und „Didgeman“ zu erleben und sind auch gleich entsprechend abgegangen. Wo hast du dich denn bis dato versteckt? Ich war zwar schon mal mit 19 Jahren hier in Regensburg, um meinen Zivildienst abzuleisten, bin dann aber zum Studium nach Würzburg gegangen. Dort habe ich auch die letzten Jahre gelebt und gearbeitet. Regensburg hat mich dennoch nie ganz losgelassen. Ich finde, hier herrscht eine ganz eigene Atmosphäre. Es ist lebendig und quirlig. Man fühlt sich immer wie im Urlaub. Ich wollte immer wieder hier her. Und nun bin ich da.
Und was hast du uns mitgebracht? Ganz viel Musik.
Aus dem Balkan? Auch, natürlich. Aber nicht nur.
Was heißt das bitteschön? Ich mag verschiedene Richtungen und möchte mich nicht nur auf eine einzelne Schiene beschränken. Außerdem hab ich selbst auch schon so ziemlich alles gemacht: von Rock bis Jazz. Auch Klassik, House, Techno und Elektro waren dabei. Sogar Filmmusik habe ich gemacht und längere Zeit als Musiker für ein Improvisationstheater gearbeitet.
Aber deine Vorliebe gilt derzeit der Balkanmusik. Wieso? Weil ich hier all das optimal miteinander verbinden kann, was am meisten Spaß und gute Laune macht. Die Mischung zwischen Folklore und clubtauglichen Beats ist ideal. Dabei ist nichts eintönig, obwohl es Wiederholungen gibt. Aber das ist es gerade: die fetten Sounds, die den Rhythmus vorgeben und dazwischen dicke Bläsereinsätze oder Percussionsets darauf oder Shaker darunter, die das Ganze wieder indivudell machen. Die Leute gehen auf die Musik einfach nur ab. Und wenn dann so etwas in einem Club stattfindet, dann ist die Stimmung nahezu am Explodieren. Man spürt sofort, wenn der Funke überspringt, weil man so nah an den Leuten ist.
Was geht dann in so einem Moment in dir ab? Wie fühlt sich das an? Es ist eine Art realer Traum. Einerseits staut sich alles, und die Zeit scheint stehenzubleiben. Andererseits ist man sich seiner zu einhundert Prozent bewußt, man spürt den Schweiß, die Hitze, die Energie, und man ist hellwach. Es ist gut, richtig gut!
Zum Thema „überspringender Funke“: Der war ja ziemlich offensichtlich, als du mit deinem Digderidoo letztens aufgefahren bist und komplette Soli live unter die tanzende Menge geworfen hast. Gibt es noch andere Instrumente, die Du so hervorragend beherrschst? Naja, mit der Gitarre hat alles angefangen. Das Didge kam später dazu. Aber mein Lieblingsinstrument ist definitiv die Software Ableton Live. Mich hat es schon als Kind interessiert, wie man Musik aufnehmen kann. Damals ging das nur per Kassettenrekorder; alles andere war privilegiert. Im Grunde genommen ist mit den heutigen Möglichkeiten ein Kindheitswunsch von mir wahrgeworden: Mit dem Computer die einzelnen musikalischen Sequenzen aufzunehmen, per Synthesizer oder Drum-Computer andere Melodien dazuzuspielen oder sogar Instrumente dazu live einspielen … Es ist dieses Spielen mit der Musik, ein Spiel auf verschiedenen Ebenen und die Verbindung davon, was mich fasziniert.
Welche Bedeutung hat Musik also für dich? Für mich ist die Musik sehr wichtig. Es ist eine Sprache. Es ist eine besondere Form der Kommunikation, auf die sich einzulassen lohnt.
Dann hoffen wir mal, dass du uns noch sehr viel zu sagen hast … und wir dich bald wieder erleben dürfen, wenn du für uns ins Horn bläst. Wann wird es so weit sein? Der Herbst wird heiß in Regensburg, sage ich nur... (grins) gp
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