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TauberZeitung 03.03.2008
Jungs lassen Frust im Text Erfolgreicher Auftritt für "Puppet MonstaZ" im Jugendhaus Marabu
70 Zuschauer zog die Hip-Hop Crew "Puppet MonstaZ" am Freitag in das Jugendhaus Marabu in Bad Mergentheim. Die Gruppe fand sich durch das Projekt "KomPass", das die Integration fördern will. "Asozial, psycho und verrückt", beschreibt eines der Mitglieder der "Puppet MonstaZ" die Musik seiner Hip-Hop-Crew. Die Nachwuchsrapper traten am Freitag im Jugendhaus Marabu vor 70 Jugendlichen auf. Mit so großer Resonanz hatten sie nicht gerechnet.
Bad Mergentheim Freitagabend, Jugendhaus Marabu. Die acht Künstler der Hip-Hop Crew "Puppet MonstaZ aus dem Main-Tauber-Kreis laden zum Sprechgesang ein. Eine Stunde vor Beginn des Konzertes ist der Raum kaum gefüllt, die "Master of Ceremonies (MC) sitzen lässig auf der Couch und unterhalten sich.
Keine Zeichen von Nervosität. "Wieso nervös? Es kommt ja eh keiner, meint der Nachwuchs-Rapper "BattleBozz. Die Crew nehme ihren Auftritt gelassen und sehe ihn als Generalprobe für ihre Show in Wertheim. "Die Puppet MonstaZ entstanden aus dem Projekt KomPass, erzählt der Sozialarbeiter und Leiter des Projektes Andreas Groll. "Das Leitziel von Projekt KomPass ist die Förderung der Integration jugendlicher Migranten.
Der Würzburger "MC Baxter" brachte den Nachwuchskünstlern die Grundlagen des Sprechgesanges bei. Anfangs bestand das Projekt aus zehn bis zwölf Künstlern, es folgten Auftritte in Jugendherbergen sowie bei der langen Nacht der Kultur in Tauberbischofsheim. Das Projekt wurde von der Aktion Mensch drei Jahre lang gefördert.
Der Russland-Deutsche "VersuS berichtet von der Faszination Sprechgesang: "Beim Rappen kannst du deine Gefühle rauslassen und deine Vergangenheit verarbeiten." Er rappt ausschließlich russisch. "Hip-Hop hält uns von der Straße, sind sich die Künstler einig. "Wenn uns Andreas mit diesem Projekt nicht unterstützen würde, dann würden wir mehr Scheiße bauen, ist sich "BattleBozz" sicher. "Die Jungs machen gemeinsam Musik, lassen ihren Frust im Text, arbeiten sozial-aktiv, gemeinschaftlich, tüfteln daran, ihre Texte auf Tape zu bringen, fügt der Sozialarbeiter hinzu. Sie erwerben soziale Kompetenzen. Der Name ihrer Crew stammt von "MC Blackjack, der seit acht Jahren in der Graffiti-Szene aktiv ist. "Puppet Monstaz sind verrückte, abgedrehte Puppen mit Messern - wir sind die Puppen und unser Rap die Messer." "MC Whitejack beschreibt den Musikstil seiner Crew mit drei Worten: "Asozial, psycho, verrückt.
Kurz vor Beginn der Hip-Hop-Show füllt sich die Halle, an die 70 Jugendliche finden sich ein - sehr viele mit Migrationshintergrund. "Wir wären mit 40 Zuschauern glücklich gewesen, 70 sind ein voller Erfolg, meint der Sozialarbeiter Andreas Groll. Die Künstler sind mit dem Herzen dabei und reißen die Zuschauer mit. Es folgt Applaus nach jedem Lied, ob "Asozial-Rap, "Chips & Coke oder einem komplett auf Russisch gerappten Lied. Zwischendurch wird das Konzert von einer "Seawalk-Tanz-Einlage der "Alpha Squad Walkers unterbrochen, einem "neuartigen Tanzstil bei der der Körper zwei verschiedene Dinge auf einmal machen muss, erklärt Tänzer Jiri.
Die Rapper der "Puppet Monstaz kommen wieder auf die Bühne und sorgen für Stimmung, die Temperaturen im Jugendhaus steigen immer weiter, und die Zuschauer rücken näher an die Bühne heran. Bei dem Lied "Jack the Ripper sind Sprechchöre aus dem Publikum zu hören. Als die Künstler ihr Konzert beenden, schreien die Zuschauer nach einer Zugabe und rufen nach "Alina. Nach der Zugabe "Drive by rundet eine weitere Seawalk-Einlage den Hip-Hop Abend ab.
Die Künstler und Zuschauer sind zufrieden. So sieht gelungene Integration Jugendlicher mit Migrationshintergrund aus. Ein voller Erfolg für die Veranstalter.